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»My name is Prince, and I am funky!“

Bass Professor 4/2018 Nr. 95; »My name is Prince, and I am funky!“

Am 21. April 2016 verstarb einer der begnadetsten Musiker aller Zeiten: Prince Rogers Nelson, der Welt besser bekannt als Prince. Dieses außergewöhnliche Musikgenie wird immer eine Ausnahmeerscheinung bleiben. Ein Mann, der seine Songs selbst komponiert, selbst getextet, zu weiten Teilen selbst eingespielt und selbst aufgeführt hat. Ein Multiinstrumentalist, der seine Instrumente perfekt beherrschte und einzigartig singen konnte. Das Ableben dieses überragenden Musikers ist nunmehr über zwei Jahre her. Daher möchten wir ihn an dieser Stelle ehren und ihn als Bassist würdigen. Denn vielen ist garantiert entgangen, was für ein phantastischer Bassist er war. Prince, ein Bassist?

1978 erschien mit dem Titel „For You“ der erste Longplayer des Mannes aus Minneapolis/Minnesota (USA). Schon auf diesem Album ließ Prince alles erklingen, was ihn später zum Weltruhm führen sollte, eine schweißtreibende Melange aus Funk, Soul, Pop und Rock. Später kam noch der Jazz hinzu. Überraschenderweise lässt er in den beiden letzten Tracks des Albums seine Fähigkeiten als Bassist aufblitzen: In „So Blue“ (Track 8) spielt er fretless und in „I’m Yours“ (Track 9) lässt er es richtig krachen, spielt feiste Sololinien und krönt auf diese Weise sein Debüt-Album.

Oft war er abgebildet mit seiner Telecaster-Gitarre, die allerdings nicht von Fender stammte, sondern vom deutschen Mundharmonikahersteller Hohner – aus japanischer Produktion. Dieser Gitarre ist Prince ein Leben lang treu geblieben! Da er live meistens vorn am Bühnenrand stand, ekstatisch Gitarre spielte und dazu sang, entging vielen, dass er auch als Bassist äußert kreative Linien spielte. Im Lauf seiner atemberaubenden Karriere benutzte er – neben diversen auff älligen Gitarren – relativ viele Bässe. Verbrieft sind Einsätze mit Fender Jazz Bässen, einem Alembic Spoiler, Guild Pilot sowie Cloud-Bässe von verschiedenen Herstellern. Erstaunlicherweise benutzte er in regelmäßigen Abständen Bässe aus deutschen Landen. Und kurioserweise kann man seine Phasen, in denen er deutsche Bässe spielte, in fast genau vier Dekaden einteilen. Wir richten mal ein paar Scheinwerfer auf dieses mäßig beleuchtete Kapitel, let’s funk!... (Bass Professor 4/2018, Seite 8)

Bass Professor 4/2018 Nr. 95; »My name is Prince, and I am funky!“ - Auerswald "Cleo"

Kapitel 1: Auerswald Cleo in den Achtzigern kam Prince mit den außergewöhnlichen und atemberaubenden Gitarren von Jerry Auerswald in Berührung. Und hier beginnt die Liaison von Prince und seinen Bässen Made in Germany, denn es waren immerhin vier Hersteller aus deutschen Landen, die Prince mit erlesenen Bässen beliefert haben oder beliefern durften – je nachdem, wie man das sehen möchte. Jerry Auerswalds Werkstatt liegt in Konstanz am malerischen Bodensee. In dieser Idylle entstehen die traumhaften Klangkörper für den Meister aus Minneapolis. Prince setzt in den Achtzigern und Anfang der Neunziger die verblüff endsten Instrumente ein, die auch heute noch für Gesprächsstoff sorgen.



Unvergessen bleiben die Symbol-Gitarren, die Jerry Auerswald in mühevoller Handarbeit erstellte. 1988 kommt auf „Alphabet Street“ der legendäre Auerswald „Cleo“ zum Einsatz – ein einzigartiger Bass mit dem einzigartigen Sustain Bow. Dieser Bass kann auf einem Youtube-Schnipsel bewundert werden, der Prince 30 Sekunden lang zeigt, wie er für den „Batman“-Soundtrack Basslinien einspielt – da bleibt kein Auge trocken!

Bass Professor 4/2018 Nr. 95; »My name is Prince, and I am funky!“ - WARWICK "Thumb"

Kapitel 2: Warwick Thumb Bass. Es gibt immer wieder Leute – und es wird sie immer geben – , die verliebt auf alten Bässen spielen, weil sich deren Klang bewährt hat. Doch für neue musikalische Klänge braucht man mitunter auch ein neues Instrument. Es ist somit nur konsequent, dass Prince alle paar Jahre seinen Gitarren-Fuhrpark rundum erneuert hat – seine Hohner Telecaster-Kopie mal ausgenommen. Waren die Achtziger geprägt von seinen atemberaubenden Auerswald- Gitarren und dem Auerswald Cleo-Bass, ließ sich Prince in den Neunzigern von Warwick einen erlesenen Bass bauen. Wir befi nden uns jetzt im Osten von Deutschland, in Markneukirchen, und das liegt in Sachsen ganz nah an der tschechischen Grenze. Hier entstand der in weiß gehaltene Warwick Th umb mit einer auff älligen Lackierung – durch ein recht großes Auge, da mit einer Airbrush-Technik auf die Vorderseite lackiert wurde, wird man von dem Bass angesehen. Höchst abgefahren! Deshalb heißt dieser Bass auch „The Eye“. Natürlich kann man diesen Bass nur stilecht fahren, wenn man einen rattenscharfen weißen Feder-Plüsch- Gurt benutzt.

PS. Es kursieren Fotos im Netz, die Prince mit einem Warwick Alien zeigen. Prince erwies auf diese Weise nicht nur mit dem E-Bass Warwick die Ehre.

Generell geben wir euch den Tipp, auf seinen Platten noch stärker auf den Bass zu achten, denn da stößt man mitunter auf echt vertrackte, doch sehr groovige Basslinen. Es ist daher ein Jammer, dass Prince nicht mehr unter uns weilt.

Bass Professor 4/2018 Nr. 95; »My name is Prince, and I am funky!“ -

Bass Professor 4/2018 Nr. 95; »My name is Prince, and I am funky!“ - Ritter Guitars

Kapitel 3 Ritter Bass Guitars Wir befinden uns in den „Nuller Jahren“. Der Bassist Josh Dunham war in diesem Zeitraum der langjährige Begleiter des Musikgenies. Schnell hat der bassbegeisterte Prince ein Auge auf die Instrumente seines Mitstreiters geworfen – Josh Dunham war und ist bekanntlich mit Bässen von Jens Ritter unterwegs. Höchstpersönlich bestellt Prince bei Ritter Bass Guitars einen Bass, der sich von der Konstellation her an einem Fender Jazz Bass orientiert. So ganz nebenbei gibt es noch eine Überraschung, denn um sich die Wartezeit zu verkürzen bestellt er sich im Internet einen schwarzen Ritter Jupiter 6-Saiter – das zeugt von echtem Enthusiasmus.


Bass Professor 4/2018 Nr. 95; »My name is Prince, and I am funky!“ - Sandberg; Auerswald Cleo; Warwick Thumb Bass;
Kapitel 4 Sandberg Im niedersächsischen Braunschweig endet unsere kleine Reise in Verbindung mit den Bässen, die von deutscher Hand für Prince gebaut wurden. Erneut ließ sich Prince – wir sprechen jetzt über die „Zehner Jahre“ – von einem Mitglied seiner Band inspirieren. In diesem Fall handelt es sich um die äußerst charmante Ida Nielsen, die von der California-Serie sehr begeistert ist und sich schon einige Bässe vom Sandberg-Chef Holger Stonjek auf den Leib schneidern ließ. Auf Youtube kursiert sogar ein Funk-Bass-Solo, bei dem Prince gefährlich den Daumen kreisen lässt und seine ihm höchst eigene Technik präsentiert – es geht funky heiß zur Sache!


 

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